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Pedelec

Unterwegs mit dem Pedelec

Immer mehr Elektrofahrräder bestimmen das Straßenbild. Über 1,6 Millionen sind in Deutschland unterwegs. Pedelec sind eine tolle Erfindung. Sie erhöhen den Aktionsradius für viele Fahrradfahrer und eröffnen damit neue Nutzungsmöglichkeiten. Das Fahrrad als Ersatz für das Auto - heute oft kein Problem mehr. Bis vor einigen Jahren noch als Senioren-Fahrrad verschrien, sind Pedelec inzwischen in allen Variationen verfügbar. Vom City-Bike über das Lastenfahrrad bis hin zum Mountainbike.

Die erfreuliche Entwicklung bei den Pedelec hat jedoch auch ihre Nebenwirkungen und Risiken. Die Physik ist nun einmal nicht zu überlisten. Die höheren Spitzen- und Durchschnittsgeschwindigkeiten gehen zwangsläufig mit einer Vervielfachung der Energie einher. Bereits eine Erhöhung der Geschwindigkeit von 15 auf 21 km/h bedeutet ungefähr eine Verdopplung der Energie. Diese Energie wirkt bei einem Sturz unmittelbar auf den Körper ein und kann zu erheblich schwereren Verletzungen führen - dies belegt auch die Statistik. Verletzungen am Kopf sind hierbei häufig besonders gravierend.

Deswegen gilt auch gerade für Pedelec-Fahrer die Empfehlung, einen Fahrradhelm zu tragen.

Gleichwohl gibt es nicht die eine Maßnahme, die den Straßenverkehr sicher macht. Pedelec stellen auch eine Herausforderung für die Infrastruktur dar. Ein Radweg, der mit 15 km/h noch halbwegs komfortabel befahren werden kann, ist möglicherweise bei 21 km/h praktisch unfahrbar, wenn zu viele Unebenheiten und Spurrillen vorhanden sind.

Pedelec sind jedoch nicht nur für die Infrastruktur eine Herausforderung, auch andere Verkehrsteilnehmer müssen sich erst einmal auf die neuen Gefährte einstellen. Personen, die man zuvor intuitiv als langsam fahrend einstufte, ziehen plötzlich mit sportlich ambitionierten Fahrradfahrern gleich und tauchen schneller im Rückspiegel auf, als erwartet.

Es sind also viele kleine Puzzleteile, die richtig zusammengesetzt werden müssen, um mehr Verkehrssicherheit zu erreichen. Alle zusammen können uns der Vision Zero ein gutes Stück näher bringen.

Mit dem Rad zur Arbeit - Start im Mai!

Ab Mai startet die Aktion "Mit dem Rad zur Arbeit". Die Deutsche Verkehrswacht ist Unterstützer dieser Aktion. Wir freuen uns, wenn Sie teilnehmen und fleißig Kilometer zusammentragen. Einfach anmelden, an 20 Tagen mit dem Fahrrad - oder kombiniert mit Bus und Bahn - zur Arbeit fahren und online die Kilometer eintragen. Alternativ können Sie zum Aktionsende Ihren ausgefüllten Kalender als Brief zurücksenden. Als Teilnehmer nehmen Sie auch an einem Gewinnspiel mit tollen Gewinnen teil. Um bei dem Wettbewerb mitzumachen, muss man übrigens kein AOK-Mitglied sein.

Weitere Informationen und zur Anmeldung hier: www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de

Fahrradhelme für Pedelec

Fahrradhelm ist Fahrradhelm - oder doch nicht. Alle in der Europäischen Union verkauften Fahrradhelme müssen ein Prüfverfahren gemäß EN 1078 (bzw. EN 1080 speziell für Kinderhelme) bestehen. Dennoch bieten einige Fahrradhändler spezielle Pedelec-Fahrradhelme an. In der Regel handelt es sich um gewöhnliche Fahrradhelme, die aus Marketinggründen mit dem Label Pedelec beworben werden. Anders verhält es sich bei Helmen, welche für Fahrer von Pedelec 45 bzw. S-Pedelec geeignet sind. Da diese Pedelec rechtlich als Kleinkrafträder eingestuft werden, gilt für diese eine Helmpflicht. An den Helm werden die Anforderungen der ECE 22-05 Norm gestellt, die weit über die EN 1078 hinausgeht. Derartige Helme ähneln optisch meist Motorroller-Helmen bzw. so genannten Jet-Helmen. Derzeit gibt es nur sehr wenige Hersteller, die derartige Helme speziell für Pedelec vertreiben. Letztlich kann auf einem Pedelec 45 jeder Roller- oder Motorradhelm genutzt werden. www.ich-trag-helm.de

Auf Sichtbarkeit achten Vorteilhaft ist bequeme und gut sichtbare Kleidung mit reflektierenden Applikationen, das Tragen eines Fahrradhelms mit Reflektoren, Handschuhe mit ausreichender Beweglichkeit der Hände und Finger, leichte Schuhe mit rutschfesten Sohlen sowie Klammern am Hosenbein, um das Einklemmen am Tretlager, der Kette und den Speichen zu vermeiden.

Transport von Pedelec mit dem Auto

Es gibt Fahrradträger für das Dach oder Heck des Autos. Erstere untergliedern sich in jene, bei denen die Fahrräder aufrecht stehen, und solche, bei denen die Fahrräder seitlich gekippt werden. Modelle für das Heck unterscheiden sich in der Montage an der Heckklappe oder an der Anhängerkupplung. Grundsätzlich stehen diese Transportmöglichkeiten auch für Pedelec zur Verfügung. Das recht hohe Gewicht der Pedelec schränkt häufig die Möglichkeiten stark ein. Ein StVZO-konformes Pedelec wiegt schnell 25 kg oder mehr. Ein solches Gewicht auf dem Dach, hoch über dem Schwerpunkt des Autos zu transportieren, kann schnell gefährlich werden. Darüber hinaus ist es schwierig, das Pedelec überhaupt erst auf diese Höhe anzuheben. Ratsamer sind daher grundsätzlich Heckträger. Bevor ein Pedelec mit dem Auto transportiert wird, muss unbedingt darauf geachtet werden, dass der Fahrradträger für das hohe Gewicht des Pedelec ausgelegt ist. Ein Fahrradträger für normale Fahrräder ist meist nur für ca. 15 kg ausgelegt. Ein Transport von Pedelec mit diesen Trägern ist sehr gefährlich.

Fahrradanhänger für Pedelec

Grundsätzlich kann an einem Pedelec ein Fahrradanhänger zum Transport von Kindern oder anderem montiert werden. Es gibt jedoch auch Pedelec, die nicht für den Anhängerbetrieb freigegeben sind. Vor der ersten Fahrt mit dem Anhänger sollte überprüft werden, ob die Bremsen des Pedelec einwandfrei sind. Das zusätzliche Gewicht erhöht die Anforderungen an diese erheblich. Nicht zuletzt vor Fahrtantritt bedacht werden, dass sich die Reichweite des Pedelec durch das zusätzliche Gewicht verringert. Um sicher und sichtbar unterwegs zu sein, muss auch der Anhänger mit Reflektoren ausgestattet sein.

Bei Pedelec 45 ist ein Betrieb mit Anhänger rechtlich zulässig, wenn der Hersteller dies freigibt. Wir raten jedoch aus Sicherheitsgründen davon ab, eine solche Kombination zu nutzen.