Schriftgröße

 

Moped mit 15

Am 1.Mai 2013 startete in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen das Modellprojekt AM 15. Gesetzlicher Hintergrund waren sowohl die 3. Führerschein- Richtlinie der EU als auch für das Modellvorhaben die 3. Ausnahme-Verordnung zur FeV.

Als Ziel des Projektes wurden die Erhöhung der Mobilität von jungen Leuten im ländlichen Raum und die Erleichterung des Erwerbs eines Zweiradführerscheins genannt.

Die Landesverkehrswacht Thüringen e.V. bewertet das Projekt Moped mit 15 positiv.

Das betrifft sowohl die zukünftige Verkehrsbewährung von Jugendlichen als auch die bessere Ausbildung, denn die theoretische und praktische Fahrerlaubnisprüfung ist vorzuziehen im Vergleich zum alternativ möglichen Erwerb des Mofa- Scheins. Zugleich ist eine hohe Motivation der Jugendlichen erkennbar.

Im Zeitraum von 2013 bis 2018 stieg die Anzahl der Fahrerlaubnisprüfungen in der Klasse AM von 256 auf 3040. Bestanden haben mit 79 % bis 81% mehr junge Leute als in anderen Fahrerlaubnisklassen. Mit erfolgreich absolvierter Prüfung wird eine Prüfbescheinigung erteilt, mit dem 16.Geburtstag wird der EU- weit geltende Führerschein der Klasse AM 15 ausgehändigt.

Die Thüringer Unfallstatistik zeigte, dass diese jungen Verkehrsteilnehmer keine besondere Risikogruppe darstellen. Sie sammeln frühzeitig Fahrerfahrungen und lernen die Bewältigung komplexer Situationen, ihr Anteil bei Verkehrsauffälligkeiten ist bisher sehr gering. Allerdings kam es im Juni 2018 in Brandenburg zum ersten tödlichen Unfall eines 15 jährigem Mopedfahrers im Zusammenhang mit Nichtbeachtung der Vorfahrt.

Jedoch ist der Einwand richtig, dass Mobilität von Jugendlichen mehr als bisher durch die Förderung eines flächendeckenden ÖPNV - Netzes gesichert werden sollte. Der Erwerb des Moped- Führerscheins mit 15 ist keine Ersatzlösung für fehlende Angebote, sondern eine Chance, sich frühzeitig gründlich auf eine Teilnahme am Verkehr vorzubereiten.